Dez 06

Eigentlich bin ich unschuldig. Woher sollte ich auch ahnen, was mein Plan anrichten würde? Doch fangen wir vorne an.
Ich hatte die Nase voll und wollte endlich wissen, wer hinter dem Weihnachtsmann steckt. Bevor ich mein erstes Smartphone erhalten sollte, musste ich einfach das Geheimnis lüften. Mir war schon seit längerem klar, dass es total unlogisch ist, dass der Weihnachtsmann per Schlitten (!), der von Rentieren (!!) gezogen werden soll, die gesamte Welt (!!!) mit Geschenken versorgt. Vor allem … alles in einer Nacht. Extrem unrealistisch, wenn man bedenkt, dass ich bereits per Rad zu meiner Lieblingseisdiele mindestens 15 Minuten brauche. Ich glaube kaum, dass Rentiere das ändern würden. So was können sie den Blagen erzählen.
Oder nehmen wir mal diese unendliche Freundlichkeit! Auch ein Weihnachtsmann muss doch mal ausrasten. Zum Beispiel, weil ein Rentier falsch abbiegt oder ein Kamin zu verwinkelt ist. Nein, stattdessen würde der sogar mit gebrochenen Beinen durch den Kamin rutschen und sagen “Ho ho ho, ich bin der Weihnachtsmann. Warst Du auch artig, lieber Peter?” … Wtf!
Das stank bis zum Himmel. Ich musste herausfinden, was es mit dem Freak auf sich hat. Außerdem hat er mir letztes Jahr ein total blödes Puzzle geschenkt. Das schrie nach Rache. Weiterlesen »

Nov 11

Lieber Joseph,

Du hattest schon immer ein Herz für Tiere. Würde ich glatt auch über mich behaupten, doch irgendwie haben derartige Aussagen einen bitteren Beigeschmack. Meist sind Leute, die „besser mit Tieren“ zurecht kommen, schlicht und einfach Opfer einer Sozialphobie.
Soll natürlich nicht bedeuten, dass alle Hundestreichler, Katzenkrauler und Schlangenschmücker total unfähig seien, es auch nur zwei Minuten mit anderen Menschen in einem Raum auszuhalten. Jedoch merkt man schnell, wenn jemand hauptsächlich mit Lebewesen kommuniziert, welche Widerworte nur in der Form von Schnurren, Bellen oder Nase wackeln hervorbringen. Sollte man dann noch die Schlafstätten tauschen oder sich gar selbst auf allen Vieren vorwärts bewegen, übertreibt man es eventuell mit der Zuneigung.

Apropos Tiere. Ein enger Freund hat derzeit ein Frauenproblem. Nicht, dass ihm die Ehefrau oder Freundin Probleme bereitet. Es ist vielmehr so, dass ihre konsequente Abstinenz für Verdruss sorgt. Soll bedeuten, dass er diese Dame noch nicht mal kennengelernt hat. Weiterlesen »

Nov 01

Jesus Christus letzter Fehler

Nov 01

Zombie-Diät

Auf seine 15 Minuten bereitete Erik sich gründlich vor. Er aß weniger als die Hälfte und manchmal sogar nur davon die Hälfte. Er verzichtete auf Schlaf und widmete sich dem Nachtprogramm der Privatsender. Duschen kam auch nicht mehr in Frage, sonst hätte er nie die erforderlichen Fliegen anlocken können.
Er studierte über Wochen hinweg ältere Herrschaften an ihren Rollatoren oder Gehhilfen, um den langsamen Gang zu perfektionieren. Dazu schlenderte er immerzu durch Supermärkte und Wartezimmer, bis jemand misstrauisch wurde und die Polizei rief. Außerdem übte er eine schwammige Aussprache, indem er sich mit einer nassen Socke behalf, die er sich in den Mund steckte. Wörter wie „Telekommunikationselektronikerausbildungsvergütung“ wurden zur Qual.
Erik freut sich sehr auf seine kleine Komparsenrolle in irgendeinen weiteren Zombiestreifen aus Hollywood, der bis dato keinen Titel hat. Vielleicht „Ein Zombie schlurft selten allein“, „Hobbits vs. Zombies“ oder „Zombie Gump“. Wie auch immer, Erik fühlt sich endlich von seiner Umwelt beachtet und er freut sich, wenn Passanten über ihn tuscheln. Schliesslich ist er bald ein Filmstar. Seine Freunde und vor allem seine Mutter erkennen ihn jedoch kaum wieder.
Aber das ist wohl der Preis des Ruhms.

Okt 31

Dirk Comic 1 Weiterlesen »

Okt 30

Zombie im Schuhgeschäft

Okt 29

Der Tag wird kommen. Der Tag, wo Zombies, gemäß dem Fall einer Zombie-Apokalypse, alle Lebenden ausgerottet oder zumindest zu Tode geknabbert haben werden. Vor lauter Langeweile werden die Zombies eine neue Gesellschaft gründen, um ein wenig System ins schnöde Rumschlurfen und Knurren zu bringen.

Sie werden zunächst eine Regierung oder wenigstens einen Anführer wählen, der sich durch besondere Talente hervor tut. Zum Beispiel die meisten Hirnrinden gekaut oder noch alle Extremitäten da hat, wo sie hingehören. Dieser Anführer wird sich den Themen der Zombiekultur annehmen und viele Themen, die uns schon zu Lebzeiten nervten (Altersvorsorge, Staatsverschuldung, Rauchverbot) einfach ignorieren. Stattdessen wird über Menschenfleisch debattiert und – ja – eigentlich auch nur über Menschenfleisch.
Um die gelangweilte Zombiemeute bei Laune zu halten, werden Zombiesportarten ins untote Leben gerufen. Beim Zombieball muss beispielsweise versucht werden, seinen eigenen Kopf ins gegnerische Tor zu befördern. Ein Heidenspaß! Nur leider ist für den Mitspieler nach einem Tor meist Schluss. Auch beliebt sind die Zomblymics, wo diverse Wettkämpfe wie Handweitwurf oder Wettverwesen stattfinden. Weiterlesen »

Okt 28

Zombie-Girl

Okt 27

Ich bin gut vorbereitet. Habe alle gängigen Filme gesehen. Dawn of the Dead, Day of the Dead, House of the Dead, Dönerbude of the Dead und Dirty Zombiedancing 3D.
Ich habe alle Websites mit einem Lesezeichen markiert und den dazugehörigen Wikipedia-Artikel ausgedruckt. Habe mir World War Z durchgelesen und die wichtigsten Stellen markiert. Natürlich bestellte ich auch ein Survival Kit für den Fall der Fälle. Die Zombie Apokalypse kann kommen – und ich will vorne mitmischen.

Um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, übte ich einige Taktiken vorab. Es soll ja nicht an Amateurfehlern scheitern. Zombies erledigt man auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen. Jede nur erdenkliche Variante beherrsche ich dank intensivem Training aus dem Effeff.
Und wie sie alle kreischten!

Ob die nimmermüden Dauerklatscher beim Musikantenstadl, die an Duracellhäschen erinnern. Ich stürze mich ins Getümmel und schlage deren Arme mit der extrascharfen Machete ab. Taktlos? Keineswegs. Derartige geistlose Vorgänge, um Unterhaltungsgedudel anzufeuern, kann man durchaus im Keim ersticken. Weiterlesen »

Okt 26

Ludwig ist Busfahrer. Er fährt die Linie 303 bereits seit vielen Jahren und beherrscht sie im Schlaf. Im Schlaf? Ach was, er würde die Line 303 sogar noch fahren, wenn er tot wäre. Gerade steigt eine ältere Dame zu und fragt nach einem Ticket. Ludwig knurrt sie an, so dass die greise Frau erschrickt und sofort wieder aus dem Bus springt. Die übrigen Fahrgäste wissen, dass er ein Zombie ist und fühlen sich durch seinen Geruch und das Knurren nicht belästigt. Auch sie fahren beinahe jeden Tag mit dem Bus und beachten Ludwig wenig. So entgeht ihnen auch, dass er heimlich an Damenunterwäsche schnüffelt. Wo er diese herbekommt, weiß niemand so genau, aber er hat eine ganze Kiste davon, die neben seinen Füßen steht und darauf wartet, durchwühlt zu werden. Doch eines Tages wird die Geschäftsleitung auf ihn aufmerksam. Das liegt nicht etwa daran, dass er stinkt als ob ein toter Steinmarder im Lüftungsschachtschacht verrotten würde, nein, viele Busfahrer müffeln und man mag sich fragen, ob es vielleicht sogar ein Einstellungskriterium ist. Vielmehr liegt es daran, dass die Kiste die ganze Zeit auf der Kupplung gestanden hat und der Bus nun ein neues Getriebe braucht. Ludwig wird eine neue Linie zugeteilt bei der er sich prompt verfährt und in einem kleinen Städtchen in der Nähe von Wanne-Eickel, das weit ab von seiner Route liegt, in einer engen Gasse stecken bleibt.