Dez 20

Im Opernhaus hat ein Dirigent Cannabis auf der Bühne angebaut. Das hat niemand gemerkt, da Sommerferien waren. Nun ist eine Aufführung von Karl Orff, doch wie soll das gehen zwischen all den Pflanzen? Der Regisseur bleibt gelassen, er hat einen Kurs in Neurolinguistischer Programmierung absolviert und reframt die ganze Angelegenheit. „Für irgendwas wird es schon gut sein“, meint er Schultern zuckend. Da kommt auch schon das Publikum. Die Akteure verteilen sich zwischen dem Dickicht aus Pflanzen. Die Presse ist begeistert. Sie vermutet eine Mischung aus Karl Orff und dem Dschungelbuch. Nur ein Redakteur von der Taz kann dem Ganzen nichts abgewinnen. Er hält den Dirigenten für Mogli und hat sich diesen ganz anders vorgestellt.

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