Jul 12

Die statistische Auswertung einer Internetseite ist oft sehr nichtssagend und nur für spleenige Experten informativ. Natürlich ist es unglaublich toll zu erfahren, wie viele Leute die Möglichkeit gehabt haben auf die Seite zu klicken, es aber dann doch nicht getan haben. Doch im Allgemeinen ist eine solch frustrierende Erkenntnis nicht von Belang.

Viel interessanter finde ich da schon die Auswahl der Suchwörter mit denen Leser auf unsere Seite gelangt sind. Diese sind nicht unbedingt deckungsgleich mit dem Inhalt unserer Geschichten. Es kommt mir manchmal so vor, als ob die jeweilige Suchmaschine (in unserem Fall der allgegenwärtige Moloch Google) die Begriffe, die häufig auf unserer Seite erscheinen, neu zusammenwürfelt und versucht dieses wirre Packet potenziellen Suchenden unterzujubeln, die dann enttäuscht auf uns stoßen und ihren Klick womöglich bitter bereuen. Die drei fehlgeleitesten Internetrecherchen, die zu allem Überfluss sehr häufig auf unsere Seite geführt haben, möchte ich nun kurz vorstellen:

1. Die abwegigste Suchwortkombinationen lautet: „Swiffer giftig für Tiere“. Ich kann mir schon vorstellen, dass diese Suchanfrage für einige Menschen von bedeutendem Interesse ist. Nehmen wir einmal den Fall, dass man mit den Einkäufen nach Hause kommt, alles neben den Meerschweinchenkäfig stellt und schnell die verderblichen Waren ins Eisfach einsortieren möchte. Kommt man zurück hat das Meerschweinchen ein komplettes Packet Swiffer gefressen. Da ist es verständlich, dass man alles stehen und liegen lässt und erst mal den Rechner anschmeißt, um zu googeln ob der liebe Hausgenosse noch Zeit hat ein Testament aufzusetzen. Aber warum landen solche Leute bei uns? Ich kann mich nicht daran erinnern bisher darüber geschrieben zu haben, dass irgendein Tier mit Swiffer vergiftet wurde oder jemanden mit Swiffer vergiftet hat.

2. Die nächste Suchoption (mit der wir angeblich eine Zeit lang auf Platz drei der Googlesuchergebnisse rangierten) ist: „Dr Oliver Peters schwul“. Ich musste sehr lachen, als ich das gelesen habe. Nicht nur weil Hinz und Kunz heute Oliver Peters heißen und mein Compagnon mir damit ständig in den Ohren liegt, dass er auf so einen Allerweltsnamen hört. Nein, ich unterstelle Herrn Peters auch, dass er überhaupt keinen Doktortitel hat. Ich halte ihn zwar durchaus für intelligent genug um zu promovieren und sogar bescheiden genug seinen Doktortitel vor mir zu verheimlichen, aber sein Studium der Sozialwissenschaften war doch einfach zu kurz. Auch eine verdrängte Homosexualität wage ich anzuzweifeln, obwohl sie einige frauenfeindliche Kommentare erklären würde, die Herrn Peters ja nur allzu häufig von Kritikern und Neidern unterstellt werden. Doch wieder bleibt die Frage: Warum schickt Google Leute auf unsere Seite, die wissen wollen ob Oliver Peters schwul ist oder promoviert hat? Wir haben darauf keine Antwort.

3. Eine weitere durchgeknallte Kombination von Suchwörtern, bei denen Google arglos irgendwelchen Fetischisten unsere Seite andreht, lautet: „Pflanze fickt Frau“. Kurios finde ich sie besonders, weil ich einer Pflanze nie zugetraut hätte, dass sie überhaupt aktiv in der Lage wäre eine venerische Verbindung zu einer Menschenfrau aufzubauen. Was sich also in einem solch kranken Hirn, das diese Suche aufgibt (und das sogar mehrmals) für eine Erwartungshaltung aufgebaut hat – sie kann nur gebrochen werden. Warum Google uns als Wellenbrecher für die abgedrehte Phantasie solcher Menschen auserkoren hat ist mir abermals unbegreiflich. Wir gehen zwar offen mit dem Thema Sexualität um, ein floristisches Aufklärungsbuch hat jedoch noch keiner von uns geschrieben.

Zusammenfassend ist es schon sehr amüsant zu betrachten, was Google, der Moloch des Internets, einem manchmal unterschwellig für Kompetenzen unterstellt. Trotzdem möchten wir unsere Lieblingssuchmaschine nicht enttäuschen und wenn der digitale Götze unseres Zeitalters befiehlt: „Ich schicke euch jetzt solange Pflanzenfetischten und homophobe Swifferbenutzer vorbei bis ihr einen Text schreibt in dem ‚Pflanze fickt Frau‘ oder ‚Swiffer giftig für Tiere‘ vorkommt!“ Dann werden wir uns selbstverständlich beugen und antworten: „Hier bitte!“

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