Okt 25

Wenn Zombies Fussball spielen

Okt 10

Das Judentum ist in Europa immer wieder systematisch verfolgt und ausgegrenzt worden. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat sich eine eigene Kultur und Sprache entwickelt die wiederrum immer wieder Einfluss auf ihre Umgebung gehabt hat. Es folgt eine Liste mit meinen Lieblingswörtern, die aus dem hebräischen/jiddischen Sprachgebrauch stammen:

1. Heiraten – kaum noch aus dem Deutschen wegzudenken ist dieses jüdische Wort. Ursprünglich sagte man in Deutschland „Hochzeit halten“, was aber doch umständlicher ist und mittlerweile antiquiert wirkt.

2. Schnorrer – im Judentum galt es sich um die ganze Mischpoche zu kümmern; das heißt um die ganze teilweise sehr weitläufige Verwandtschaft. Kam man zu Geld erschienen kurz darauf die entferntesten Vettern oder über drei Ecken verwandte Schwippschwägerinnen um sich bei einem durchzuschnorren.

3. Zocken/Zocker – sich etwas „zocken“, jemanden oder etwas „abzocken“ sind Wendung aus dem Rotwelschen, einer Gaunersprache, auf die das Jiddische Einfluss hatte, da Juden sich im Mittelalter durch von den Christen verhängte Berufsverbote oft als Wucherer, Hehler oder sogar als Diebe durchschlagen mussten.

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Okt 02

Mitbegründer und Autor von Fremdlesen Oliver Peters schreibt dieser Tage an seinem neuen Blog, in dem er seine Odyssee durch Berlin aufarbeitet. Der Blog trägt den vielversprechenden Titel: „Wie Berlin mein Leben rettete“.
Olivers Berlin-Blog

Sep 10

Es geht nichts über ein perfektes Verbrechen
Ron hat zum Geburtstag einen Zitteraal bekommen. Das ist ein tolles Geschenk für einen Sechsjährigen. Jetzt kann er endlich mit seinem Hamster „Elektrischer Stuhl“ beziehungsweise „Elektrisches Schwimmbad“ spielen. Leider ist der Hamster schon beim ersten Spiel vollkommen bewegungsunfähig, ja unter Umständen sogar tot. So ein Zitteraal kann nämlich selbst einen ausgewachsenen Bullen umhauen. In diesem Moment kommt auch schon Rons Vater nach Hause. Er ist Polizist und wundert sich über den neuen Fisch im Aquarium seines Sohnes. Als er danach greifen will bekommt er einen Schlag und fällt zu Boden. Endlich kann der Geliebte seiner Frau aus dem Schrank herauskommen. Es scheint als ob sie alles richtig gemacht hat, da ruft der Geliebte: „Ein Wunder, er lebt.“
Rons Mutter wird kreidebleich und springt aus dem Fenster. Doch ihr Geliebter meinte nicht ihren Mann, sondern den Hamster.

Aug 23

Vor einiger Zeit habe ich mit meinen Freund und Fremdlesen-Kollegen Oliver Peters darüber geredet, was für lustige Spleene Diktatoren gelegentlich entwickeln, wenn sie an der Macht sind und ein ganzes Land nach ihrer Pfeife tanzt. Darunter waren: Ein Modelabel gründen und dann für die eigene Kollektion modeln (Kim Jong-il), eine Gruppe von gutaussehenden Frauen im Nahkampf ausbilden lassen und als Bodyguards einsetzten (Muammar al-Gaddafi) oder eine Box-WM ausrichten, zu der niemand eingeladen ist und sich dann selbst den Titel des Boxweltmeisters zu verleihen (Idi Amin Dada).

Solche verrückten Vorlieben und Hobbies, die man als Diktator einfach ausleben kann, weil es weder echte Wähler, noch unabhängige Presse, noch eine ernstzunehmende Opposition gibt, gehören zu den lustigen Seiten der Diktaturen und würden einem in einer Demokratie wahrscheinlich jeden Wahlsieg zunichtemachen. Bei uns gibt es zwar das Prinzip der Freiheit, aber es wird nicht genutzt. Unsere heimischen Politiker sind so seriös, angepasst und zugleich langweilig, dass man kaum weiß, wen man überhaupt von ihnen wählen soll. Jeder hat eine ähnliche Frisur, die Wahlprogramme unterscheiden sich nur in Nuancen und wenn einer minimal aus der Reihe tanzt, dann schreien alle nach seinem Rücktritt. Ein durchgeknallter Despot, der seine Hobbies und Ideen einfach umsetzt, wäre auch hierzulande sicher eine willkommene Abwechslung und würde dazu führen, dass sich mehr Menschen für Politik interessieren würden.

Deshalb habe ich darüber nachgedacht, was ich machen würde, wenn ich unverhofft an die Macht kommen würde: Ich würde eine Weiterlesen »

Jul 19

Zu spät bemerkte Pingu, dass er Bluter war. Auch sein Freund Robi konnte ihm jetzt nicht mehr helfen!

Jul 12

Die statistische Auswertung einer Internetseite ist oft sehr nichtssagend und nur für spleenige Experten informativ. Natürlich ist es unglaublich toll zu erfahren, wie viele Leute die Möglichkeit gehabt haben auf die Seite zu klicken, es aber dann doch nicht getan haben. Doch im Allgemeinen ist eine solch frustrierende Erkenntnis nicht von Belang.

Viel interessanter finde ich da schon die Auswahl der Suchwörter mit denen Leser auf unsere Seite gelangt sind. Diese sind nicht unbedingt deckungsgleich mit dem Inhalt unserer Geschichten. Es kommt mir manchmal so vor, als ob die jeweilige Suchmaschine (in unserem Fall der allgegenwärtige Moloch Google) die Begriffe, die häufig auf unserer Seite erscheinen, neu zusammenwürfelt und versucht dieses wirre Packet potenziellen Suchenden unterzujubeln, die dann enttäuscht auf uns stoßen und ihren Klick womöglich bitter bereuen. Die drei fehlgeleitesten Internetrecherchen, die zu allem Überfluss sehr häufig auf unsere Seite geführt haben, möchte ich nun kurz vorstellen:

1. Die abwegigste Suchwortkombinationen lautet: „Swiffer giftig für Tiere“. Ich kann mir schon vorstellen, dass diese Suchanfrage für einige Menschen von bedeutendem Interesse ist. Nehmen wir einmal den Fall, dass man mit den Einkäufen nach Hause kommt, alles neben den Meerschweinchenkäfig stellt und schnell die verderblichen Waren ins Eisfach einsortieren möchte. Kommt man zurück hat das Meerschweinchen ein komplettes Packet Swiffer gefressen. Da ist es verständlich, dass man alles stehen und liegen lässt und erst mal den Rechner anschmeißt, um zu googeln ob der liebe Hausgenosse noch Zeit hat ein Testament aufzusetzen. Aber warum landen solche Leute bei uns? Ich kann mich nicht daran erinnern bisher darüber geschrieben zu haben, dass irgendein Tier mit Swiffer vergiftet wurde oder jemanden mit Swiffer vergiftet hat.

2. Die nächste Suchoption (mit der wir angeblich eine Zeit lang auf Platz drei der Googlesuchergebnisse rangierten) ist: „Dr Oliver Peters schwul“. Ich musste sehr lachen, als ich das gelesen habe. Nicht nur weil Weiterlesen »

Jun 23

Kapitän Akbars Papagei ist geisteskrank. Er hält sich für einen Propheten und sagt den Piraten den Tod voraus, wenn sie ihm dafür Kekse geben. Zuerst finden die Matrosen das lustig, aber als der Schiffsjunge stirbt, dem der Papagei als erster den Tod herbeiorakelt hat, verstummt ihr Gelächter. Jetzt wollen sie das Federvieh heimlich in den Kochtopf werfen um Unheil abzuwenden. Doch der Papagei hat seine Stunde noch nicht kommen sehen, er fliegt in die Takellage und krächzt Haushaltstipps und Wettervorhersagen, die aufs übelste miteinander verquirlt sind. Gewitterbrei, Sonnenwindeln, Teppichklopferwolken, Möbelpoliturtiefdruckgebiete und Schlimmeres sieht er am Firmament heraufziehen. Der chinesische Schiffskoch kommt bei dem Geplapper ganz durcheinander und bereitet versehentlich einen Topf mit Sauerkraut und Schießpulver zu. Als dann der Smutje nach dem Essen Pfeife rauchen will, explodiert sein dicker Bauch. Jetzt sind alle erleichtert. Der Smutje sollte eigentlich erst in zwanzig Jahren auf einer Ranch in der Nähe von Denver von einer herabfallenden Gaslaterne erschlagen werden. Nun wissen sie, dass der Papagei nur Quatsch erzählt und der Küchenjunge nur durch Zufall auf der Bratpfanne ausgerutscht ist und sich das Genick gebrochen hat.

Jun 12

Wer bei diesem Bild an Sex denken kann sollte den Text besser nicht lesen

Sex? Nein, danke.
Es war ein schleichender Prozess, der bei mir gar nicht viel Aufsehen erregte. Viel mehr wurde ich per Zufall darauf gestoßen, als ich im Wartezimmer einer Arztpraxis abgegriffene Zeitschriften durchblätterte. In einem Artikel (es muss DER STERN gewesen sein) ging es dann zur Sache: Männer haben immer häufiger Libido-Probleme.

Schnell, schneller, am schnellsten, und dann noch rasch zum Yoga/Zumba/Curling und anschließend Aldi. Oder Kram für die Arbeit morgen vorbereiten. Noch mal Facebook checken. Früh aufstehen und die Kinder zur Schule bringen. Funktionieren müssen, tagein, tagaus. Da bleibt die Lust auf der Strecke. So ähnlich bringen es die Experten in dem Artikel auf den Punkt und ich muss zugeben, dass ich mich direkt wieder erkannte. Ich habe zwar weder Kinder noch treibe ich Sport … aber Facebook und Aldi graste ich die Tage schon ab.

Da ich an dem Tag eh schon aufgrund einer hartnäckigen Erkältung beim Arzt war, nahm ich den Artikel gleich mit ins Sprechzimmer und klagte mein Leid. Weiterlesen »

Jun 11

Gruselige Dystopie von Oliver Peters

Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll. Bei den etlichen ausgeschnittenen Zeitungsartikeln oder bei dem Fotoalbum mit den unzähligen Schnappschüssen von Menschen in seltsamen Klamotten. Vielleicht auch die zahlreichen Magazine, wo längst verstorbene Politiker die Titelblätter zieren oder die Schallplatten mit Liedern, die wie aus einer anderen Welt scheinen. Worum es sich dabei genau handelt, konnten wir manchmal nur anhand des Beipackzettels erahnen, welcher dieser Zeitkapsel beilag.

Unser Vater verstarb vor zwei Wochen. Als wir das Erbe antraten, wussten wir gar nichts von dieser Zeitkapsel. Wir, das sind meine Geschwister und ich. Unsere Mutter verstarb schon lange vor unserem Vater. Und der hatte dieses Zeitdokument verschwiegen. Bis heute.

Das Fotoalbum war zu knapp zwei Dritteln mit Familienbildern gefüllt. Angefangen bei unserem Ur-Ur-Opa zeigen die letzten Bilder unsere Eltern, als sie noch in unserem Alter waren. Da hatte unser Vater noch Haare. Verrückte Zeiten.
Wir fanden auch einige Liebesbriefe, die unser Opa an unsere Oma schrieb. Wer hätte gedacht, dass der so romantische Zeilen zu Papier bringen kann. Unsere Erinnerungen zeigen ihn eher als verschlossenen Typen, der lieber im Hobbykeller werkelte, als mit unserer Oma zu turteln.

Auch wir tauchten hier und da schon auf. Auf Fotos, wo wir in Wäschekörben gebadet wurden oder alte Zeichnungen und Schriftstücke von uns, wie z.B. unsere ersten Briefe. Manchmal dachten wir, das alles sei irgendwie mit der Zeit verschütt gegangen. Dabei bewahrten unsere Eltern es stillschweigend auf, selbst peinlichste Dokumente wie „Ales Guhte zum Muttathag“-Karten. Aber zugegeben … wir mussten auch schmunzeln.

So viele Erinnerungen auf einem Haufen, in einer Kiste. Nun waren wir gefordert. Was wollen wir für unseren Nachwuchs aufbewahren, damit sie unsere Geschichte weitertragen? Weiterlesen »