Dez 06

Nov 22

Lieber Joseph,

gestern musste ich an Dich denken. Eine wirre Frau schimpfte „Fick dich ins Knie!“ und meinte zu allem Überfluss auch noch mich. Wie vielseitig ein Knie doch sein kann. Ficken und Denken. Ich dachte, das schließt einander immer aus.

Laut einer Postkarte, die ich in einem Museum mitgehen ließ, denkst Du „nur mit dem Knie“. Mit Verlaub, mein lieber Joseph, das finde ich grandios. Mit dem üblichen grauen Zellenapparat zu denken, empfinde ich beizeiten nicht nur anstrengend, sondern im zunehmenden Alter immer sinnentleerter. Du kennst die anderen Laberköpfe, die da behaupten: „Ich denke, also bin ich.“ Ja, was denn? Was bin ich? Ist das eine Frage oder soll das eine Antwort sein? Da möchte man ja direkt einen Chinakeks zerbröseln, wo per Zettelchen verkündet wird: „Der Weg ist das Ziel“.

Wobei „der Weg“ ja auch noch begangen werden müsste. Da kommt wieder Dein redseliges Knie ins Spiel, da es den Transport unterstützt. Im Ernstfall wird es ganz schön gefordert, so ein Knie. Ficken, Denken und nun auch wandern. Wohin auch immer. Und das alles gleichzeitig.

Aber irgendwie scheint Dich das ja nie abgehalten zu haben. Von daher möchte ich diese Überlebenstaktik gerne übernehmen. Weg mit dem Hirn! Alle wichtigen Entscheidungen treffe ich ab sofort nur noch per Knie! Stehe ich heute auf? Das Knie entscheidet. Ziehe ich heute Unterwäsche an? Ein Fall für das Knie. Kaffee mit oder ohne Milch und Zucker? Zum Glück steht mein Knie mir bei.

Und wenn mir wieder so eine tourettegebeutelte Frau entgegen schmettert, mich doch ins Denkzentrum „zu ficken“, dann stehe ich drüber. Ich denke, also bin ich: Fuck it.

Mfg
Oliver

Nov 21

Im Satyr-Verlag ist das Buch „Macht Sex Spass? Ja, Nein, Vielleicht, Weiss nicht“ erschienen, in dem viele humoristische Kurzgeschichten zum Thema Sex versammelt wurden. Auch wenn in der viel zu kurzen Autorenzeile bei Amazon nicht erwähnt, ist Fremdleser Benjamin Bäder mit einer Anekdote über möglicherweise ganz normalen Sex vertreten.

http://www.amazon.de/Macht-Sex-Spaß-VIELLEICHT-Geschichten/dp/3981489179

Nov 15

Fremdleser Oliver Peters wurde in seiner Heimatstadt Dinslaken, öffentlich von einer frustrierten Punkerin gedisst. Die Punkerin Krikela war mit ihrem eigenen Auftritt unzufrieden und gab Oliver und dem Publikum die Schuld dafür.

Hier gehtÂŽs zum vollständigen Artikel der WAZ

Nov 15

Bruder Gerlinger ist Mormone, aber er wäre viel lieber Lokomotivführer geworden. Früher hat sein Vater ihn immer geschlagen, wenn er diesen Wunsch äußerte. Deshalb dachte sich Bruder Gerlinger, dass er sich drei Frauen nehmen sollte, um sich abzureagieren und so wurde er Mormone. Blöd nur, dass die Mormonen gar nicht mehr Frauen haben dürfen als andere Menschen auch. Außerdem ist Schwester Gerlinger ein richtiges Miststück und macht ihrem Mann das Leben zur Hölle. Sie kauft ihm keine Süßigkeiten, er darf nicht fernsehen und Sex findet sie langweilig. Bruder Gerlinger flüchtet in eine Phantasiewelt. Hier kann man unausgesprochene Tabus brechen und er hat Geschlechtsverkehr mit einer Eisenbahn. Leider steht diese neun Monate später vor der Wohnungstür. Sie ist hochschwanger. Schwester Gerlinger ist außer sich, aber die Lokomotive verlangt Unterhalt und als ihr der von der rigorosen Frau verweigert wird, setzt sie sich auf ihren Kopf. Da ein Zug nicht als Waffe zählt geht alles gut aus. Jetzt ist Bruder Gerlinger mit der Lok verheiratet. Ihren Sohn haben sie Jim genannt.

Nov 02

Okt 18

Neulich habe ich beim Bäcker Brötchen gekauft. Als ich die Tüte Zuhause ausschüttete hatte ich anstelle von fünf Brötchen, vier Brötchen und ein seltsames Tier auf dem Tisch liegen, das mich blöd anglotzte. Empört habe ich alles wieder eingepackt und bin zum Bäcker gelaufen. Das sei ein Beutelmull, hat der Bäcker mir lächelnd erklärt. Er besetzt eine ähnliche ökologische Nische wie bei uns der Maulwurf und der Mull in Afrika. Es handele sich aber hierbei nicht um einen Mull, sondern ein um ein echtes Beuteltier. Dann sahen wir uns eine Weile schweigend an. Eine alte Frau kam herein und verlangte fünf Brötchen. Der Bäcker nahm mir die Tüte aus der Hand und zwinkerte mir zu. Dann reichte er sie lächelnd an die Frau weiter und kassierte.

Okt 15

Berthold ist Alkoholiker. Das macht nichts, viele Menschen haben Alkoholprobleme. Berthold nimmt sich aber immer zu viel vor, wenn er Einen getrunken hat. Einmal wettet er, dass er auf das Rathaus klettern kann. Er gewinnt zwanzig Euro und die Anerkennung seiner Zechbrüder. Einmal wettet er, dass er es mit seinem Duselkopf über die Autobahn schafft. Er verliert sein Leben, nicht aber die Achtung der Saufkumpane. Frederick, ein rosa Elefant findet das allerdings gar nicht so schlimm. Irgendwann wird schon jemand vorbeikommen um Berthold zu ersetzen. Und richtig am nächsten Tag sitzt Peter an Bertholds altem Platz. Peter ist auch Alkoholiker, aber er wird nicht so leichtsinnig wie Berthold. Er fängt stattdessen Streit an, wenn er blau ist. Schon am nächsten Abend werden die Suffköppe wegen ihm von einer Gruppe Jugendlicher aufgemischt und brutal zusammen geschlagen. Einer ritzt Frederick mit seinem Messer sogar den Schriftzug „Honey“ auf den Arsch.

Okt 09

Demnächst erscheint Ausgabe 5 von „Richtungsding – die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur“. Mit dabei ist der Autor Benjamin Bäder. Das neue Heft lässt sich hier bestellen:
http://www.richtungsding.com/

Empfehlenswert sind auch die Ausgabe 3, in der Oliver Peters einen Textbeitrag geleistet hat und Ausgabe 4, in der Benjamin Bäder das erste Mal veröffentlicht wurde.

Sep 29

In meinem Kofferraum habe ich Muammar al-Gaddafi gefunden. Er hat mich angefleht, ihn nicht zu verraten und gebeten, ihm ein neues Micky Maus Comic zu besorgen. Das was ich im Auto liegen hatte, ist von 1997 und er hat es nun schon 183-mal gelesen. Aber ich habe ihm gesagt, er könne mich kreuzweise, erst die Menschenrechte missachten und dann auch noch Forderungen stellen. Da hat er angefangen zu heulen. Das geht einem dann doch nahe. Also bin ich zum Kiosk gegangen, habe ein neues Heft gekauft und es ihm gegeben. Doch der unverschämte Hund hat er mir den Comic vor die Füße geworfen. Er wollte die Ausgabe Nummer sechs aus dem Jahre 1997 weil darin die Geschichte weitergehen würde die er angefangen habe. Ich habe geseufzt und ihn mitleidig angeschaut. Dann habe ich ihm erklärt, dass es jede Woche eine neue Ausgabe von Micky Maus gibt und wenn er so anfangen würde, er alle kaufen müsse. Er hat kurz überlegt, ob er noch genug Geld habe um sich den gesamten Disneykonzern zu kaufen. Aber das meiste habe sein Doppelgänger mitgenommen und in der Wüste verbuddelt, bevor er auf der Flucht erschossen worden sei. Gaddafi kann übrigens nicht sehr gut mit Zahlen umgehen. Er schätzt, dass er zwischen 5 Cent und 26 Milliarden Euro in seinem Schuh versteckt hat. Davon kann er sich immerhin das Schloss kaufen in dem die Kelly-Family jahrelang gewohnt hat.