Jun 09

Cuki hätte besser nach rechts und links sehen sollen...

Ich bemerkte, dass etwas mit Cuki nicht stimmen konnte. Er hat seine nigelnagelneue Hirsestange immer noch nicht angerührt. Außerdem lagen ungewöhnlich viele Federn zwischen all den Kotkrümeln verstreut auf dem Käfigboden. Da stimmte etwas ganz gewaltig nicht. Cuki ist übrigens mein Wellensittich und ich glaube, er hat Depressionen.

Verdächtig war sein Verhalten ja schon immer. Wie oft habe ich ihn in der Mikrowelle erwischt. Oder im Backofen. Er erhoffte sich wohl, dass ich ihn schlaftrunken übersehe und mir was Essbares via Mikrowelle oder Ofen zubereite. Da musste ich ordentlich mit ihm schimpfen, denn die Sauerei möchte niemand saubermachen. Oder das eine Mal, wo er es in den Kühlschrank schaffte. Hätte ich mir nicht an jenem Abend im Halbe-Stunden-Takt ein Bier raus geholt, wäre Cuki wohl als Eiszapfen geendet.
Überhaupt gelang es ihm stets aufs Neue in die unterschiedlichsten Haushaltsgeräte zu gelangen, nur um seinem Vogelleben ein Ende zu setzen. Er wollte getoastet werden; gemixt, geschleudert, gepresst, gebraten, frittiert, gespült, gedrechselt und einmal lungerte er sogar im Waffeleisen rum. Zum Glück benutze ich viele Geräte davon kaum, so dass er sich oft frustriert wieder in den Käfig begab.

An sommerlichen Tagen war es schon schwieriger. Da ließ ich schon mal das eine oder andere Fenster auf und er flog direkt raus auf die kleine Landstraße vor unserer Haustüre. Zum Glück fährt da so gut nie jemand lang; dennoch platzierte sich Cuki lauernd auf der Fahrbahn. Seltsam wirkte nur: Er machte das immer in meinem Blickfeld. Als ob ich unbedingt miterleben sollte, wie er stirbt. Wollte er mir ein schlechtes Gewissen bescheren? Dass ich mich nicht genug um ihn kümmere? Daher seine Depressionen? Weiterlesen »

Jun 07

Sommernächte können aufreibend bzw. aufwühlend sein. Man will sich auf’s Ohr hauen und schlägt sich stattdessen die ganze Nacht um die Ohren. Zum Glück erging es mir gestern ein wenig anders und konnte sogar träumen. Besser noch: Ich kann mich sogar an Großteile des Traums erinnern.

Interessant ist auch das Vorgeplänkel, welches zum Traum geführt haben muss. Gestern unterhielt ich mich noch über eine eventuelle Notwendigkeit von Bewegung (in Fachkreisen auch Sport genannt), um den Ausklang der langen Winterdepression zu beschleunigen.

Mir wurde Laufen empfohlen, wobei ich mich direkt fragen musste: Laufen? Okay. Aber wohin?

Durch ein Waldstück, an einem Fluß vorbei. Sicherlich eine Möglichkeit, aber ich habe große Sorge, dass sich dort lauter Leute mit ähnlichen Problemen versammeln. Nachher wird man angesprochen mit den Worten: „Na? Sind sie sportlich unterwegs oder haben sie auch Depressionen?“

Lustig, dass mir mein Gedankengang zu akuten Depressionen direkt einen Traum bescherte: Weiterlesen »