Mai 21

Bereits im Mittelalter war der Bader oder Bäder die wichtigste Person im kulturellen Leben. Er betrieb eine Badestube und da es zu dieser Zeit keine Badewannen oder Duschen in den Privathäusern gab, traf sich der ganze Ort zur Körperpflege bei ihm. Der Bader reichte Speisen und Getränke, unterhielt die Leute, wusch Haare, schnitt Nägel, fädelte geschickt die eine oder andere Ehe ein und behandelte ganz nebenbei noch allerlei Krankheiten. Kurzum: Die Badestube war der Dreh- und Angelpunkt der Gemeinschaft. Dass dies heute nicht mehr so ist, liegt daran, dass viele auf den Status des Baders eifersüchtig waren.

Allen voran sind hier die Vorgänger der heutigen Ärzte zu nennen. Diese studierten Emporkömmlinge bildeten sich wer weiß was auf ihr theoretisches Wissen ein. Doch welcher Arzt stellt einem als Entschädigung für eine verpfuschte Operation denn schon die hübsche Bademagd für ein illustres TĂȘte-Ă -TĂȘte zur Verfügung? Genau, keiner. Die tun alle so, als ob sie nichts dafür könnten, wenn ihnen mal ein Patient wegstirbt. Das Tätigkeitsfeld des Arztes ist eben nicht von dem ehrbaren Beruf des Baders ableitbar. Vielmehr ist hier eine obskure Mischung aus den Pfründen des Henkers, des Scharlatans und des Schneiders zusammengewürfelt worden (wobei man bei letzterem eher von einem grobschlächtigen Zunäher sprechen muss, denn Weiterlesen »

Aug 30

Dieter hält sich für eine Gießkanne. „Na was machen denn die Blumen?“, fragt sein Psychiater. Dieter sieht stoisch drein. Er kann den Psychiater nicht leiden. Aber was soll man als Gießkanne schon dagegen machen? „Oh eine ganze Menge“, antwortet der Arzt. „Sie müssen sich ja nicht von ihrer Gärtnerin hierher tragen lassen.“ Genau wegen diesen sarkastischen Bemerkungen will Dieter mit dem Psychiater nichts zu tun haben. Aber eine gute Gießkanne wehrt sich nun einmal nicht.
„Und was wäre wenn ich Napalm in sie rein gieße?“, fragt der Mann im weißen Kittel nun.
„Das ist mir egal tun sie was sie wollen, ich werde nichts dagegen unternehmen“, antwortet die Gießkanne.
„Aber die schönen Blumen!?“, bohrt der Arzt nach.
„Die Blumen sind mir scheißegal, das ist die Sache des Gärtners oder der Gärtnerin, ich bin eine Gießkanne.“
„Ach so“, meint der Psychiater und steckt sich eine Zigarette an.