Okt 27

Ich bin gut vorbereitet. Habe alle gängigen Filme gesehen. Dawn of the Dead, Day of the Dead, House of the Dead, Dönerbude of the Dead und Dirty Zombiedancing 3D.
Ich habe alle Websites mit einem Lesezeichen markiert und den dazugehörigen Wikipedia-Artikel ausgedruckt. Habe mir World War Z durchgelesen und die wichtigsten Stellen markiert. Natürlich bestellte ich auch ein Survival Kit für den Fall der Fälle. Die Zombie Apokalypse kann kommen – und ich will vorne mitmischen.

Um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, übte ich einige Taktiken vorab. Es soll ja nicht an Amateurfehlern scheitern. Zombies erledigt man auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen. Jede nur erdenkliche Variante beherrsche ich dank intensivem Training aus dem Effeff.
Und wie sie alle kreischten!

Ob die nimmermüden Dauerklatscher beim Musikantenstadl, die an Duracellhäschen erinnern. Ich stürze mich ins Getümmel und schlage deren Arme mit der extrascharfen Machete ab. Taktlos? Keineswegs. Derartige geistlose Vorgänge, um Unterhaltungsgedudel anzufeuern, kann man durchaus im Keim ersticken. Weiterlesen »

Apr 23

Apr 18

Lieber Joseph,

Du hattest mal kühn behauptet, dass jeder Mensch ein Künstler sei. Mit diesen Worten im Hinterkopf wirkt meine verdreckte Küche bei jedem Betreten wie eine realitätsnahe Installation, die auf der nächsten Documenta ihren triefenden Stammplatz finden könnte. Ich nenne sie selbstbewusst „Fettraum“, wobei das natürlich mehr als offensichtlich auf Deinem Mist gewachsen ist. Wer hätte gedacht, dass jeder mehr oder weniger gewollte Fettspritzer einem Pinselstrich gleichkommt.
Ich sehe sie schon vor mir. Die unzähligen Ausstellungsbesucher, wie sie eng geschart meine grotesk schmuddelige Spüle bestaunen und Dinge sagen wie „Ich habe gehört, der Künstler verwendete höchst seltene Schimmelpilze aus Sri Lanka. Nur so entsteht dieser wahnwitze Effekt samt des Kloakenaromas!“

Themenwechsel. Gestern auf der Flucht via S-Bahn hörte ich folgenden Klassiker. „Deine Mutter ist so fett, dass die Waage beim Wiegen ‚Fortsetzung folgt‘ anzeigt“. Hättest Du jemals gedacht, dass Dein Lieblingsmaterial Fett irgendwann im gängigen Jugendslang Verwendung findet? Dass sie mittlerweile statt „affentittengeil“ lieber „fett“ rufen? Und wenn Ja, hättest Du dann ein anderes Material genutzt?
Butter kannst Du Dir direkt abschmieren. Die Redewendung „Alles in Butter“ ist bereits zu sehr in aller Munde. Muss es überhaupt so schmierig sein wie meine Küche? Muss Kunst triefen und Flecken hinterlassen?

Bestimmt. Denn was für den einen bloß einen Fleck darstellt, ist für den anderen Kunst. Joseph, Du hättest mich vor zwei Wochen erleben sollen. Da stieß ich versehentlich gegen das voll mit Bier- und Biermixgläsern bepackte Tablett des nahenden und überforderten Kellners. Flecken ohne Ende! Mein bestes Werk bis dato.

Mit triefenden Grüßen
Oliver