Dez 05

An dieser Stelle möchten wir gerne zwei neue Projekte vorstellen. Oliver Peters blogt bereits seit einiger Zeit über die lustige Welt des Pessimismus unter seiner neuen Domain: http://miesepeters.de

Benjamin Bäder schreibt seit heute über Duisburger Lokalgrößen und -tiefen für die Partei DIE PARTEI: http://www.die-partei-duisburg.de

Jun 07

Sommernächte können aufreibend bzw. aufwühlend sein. Man will sich auf’s Ohr hauen und schlägt sich stattdessen die ganze Nacht um die Ohren. Zum Glück erging es mir gestern ein wenig anders und konnte sogar träumen. Besser noch: Ich kann mich sogar an Großteile des Traums erinnern.

Interessant ist auch das Vorgeplänkel, welches zum Traum geführt haben muss. Gestern unterhielt ich mich noch über eine eventuelle Notwendigkeit von Bewegung (in Fachkreisen auch Sport genannt), um den Ausklang der langen Winterdepression zu beschleunigen.

Mir wurde Laufen empfohlen, wobei ich mich direkt fragen musste: Laufen? Okay. Aber wohin?

Durch ein Waldstück, an einem Fluß vorbei. Sicherlich eine Möglichkeit, aber ich habe große Sorge, dass sich dort lauter Leute mit ähnlichen Problemen versammeln. Nachher wird man angesprochen mit den Worten: „Na? Sind sie sportlich unterwegs oder haben sie auch Depressionen?“

Lustig, dass mir mein Gedankengang zu akuten Depressionen direkt einen Traum bescherte: Weiterlesen »

Apr 08

Lieber Joseph,

gerade beendete ich eine deprimierende Runde durch meine sterbende Heimatstadt.
Friseure, Ramschläden mit 1-Euro-Produkten, An- und Verkäufer, Nagelstudios, Imbißbuden. Berlin verpflichtet sich derweil „arm, aber sexy“ zu sein. Meine Ecke hat dagegen nicht verstanden, dass Thüringer Unfrisuren und Gelnägel nichts mit Sexappeal zu schaffen haben. Wenigstens der Teil mit der Armut funktioniert tadellos.
In den Nachrichten werden Ablenkungsmanöver geschaltet; in den Discountern lebensfüllende Maßnahmen vertickt. Wie z.B. technische Neuerungen, um den Großteil spielerisch auszubooten. Ankündigungen von Popstars wie dem Papst klingen gekonnt, aber füllen temporär eher die Schlaglöcher unseres Daseins. Zukunftsträger bzw. ursprüngliche Quellen einer möglichen Bedeutsamkeit werden gekippt, wie z.B. die Zuschüsse für Archäologie. Für tiefer gehende Themen und Gebiete fehlt die Zeit, fehlt das Geld.

Man möchte stattdessen einen Til Schweiger Tatort sehen. Den King des Monats probieren. Sich am WE zulaufen lassen und möglichst krude Sexerfahrungen sammeln. Denn was ist unser Dasein sonst wert?
Ich hätte nie gedacht, dass der Spruch „Du bist, was Du isst“ für mich noch an Bedeutung gewinnen könnte. Wobei das Essen vielmehr im Sinne des Zu-sich-Nehmens zu begreifen ist, also Konsum.
Gestern aß ich  im Zuge einer arbeitsbedingten Teamsitzung von einem Frühstücksbuffet. Für EUR 6,50 durfte ich so oft und so viel essen, wie ich wollte. Aber … Zahle. „Uns“ ist es scheißegal, wie viel und wie oft Du isst. Hauptsache, Du zahlst Deinen Platz in der Schlange.

Was ich eigentlich mit diesem kleinen Text sagen wollte, mein lieber Joseph: Fast wäre mir gar nicht aufgefallen, wie scheiße die Brötchen schmeckten, da ich ja wußte, dass ich statt Qualität Quantität erwarten konnte. Unendliche Rationen an Brötchen. Kein Mangel an Mangelwaren.

Und wir können alles kaufen.
Armes Land.

Grüße in die Ferne
Oliver