Apr 08

Lieber Joseph,

gerade beendete ich eine deprimierende Runde durch meine sterbende Heimatstadt.
Friseure, Ramschläden mit 1-Euro-Produkten, An- und Verkäufer, Nagelstudios, Imbißbuden. Berlin verpflichtet sich derweil „arm, aber sexy“ zu sein. Meine Ecke hat dagegen nicht verstanden, dass Thüringer Unfrisuren und Gelnägel nichts mit Sexappeal zu schaffen haben. Wenigstens der Teil mit der Armut funktioniert tadellos.
In den Nachrichten werden Ablenkungsmanöver geschaltet; in den Discountern lebensfüllende Maßnahmen vertickt. Wie z.B. technische Neuerungen, um den Großteil spielerisch auszubooten. Ankündigungen von Popstars wie dem Papst klingen gekonnt, aber füllen temporär eher die Schlaglöcher unseres Daseins. Zukunftsträger bzw. ursprüngliche Quellen einer möglichen Bedeutsamkeit werden gekippt, wie z.B. die Zuschüsse für Archäologie. Für tiefer gehende Themen und Gebiete fehlt die Zeit, fehlt das Geld.

Man möchte stattdessen einen Til Schweiger Tatort sehen. Den King des Monats probieren. Sich am WE zulaufen lassen und möglichst krude Sexerfahrungen sammeln. Denn was ist unser Dasein sonst wert?
Ich hätte nie gedacht, dass der Spruch „Du bist, was Du isst“ für mich noch an Bedeutung gewinnen könnte. Wobei das Essen vielmehr im Sinne des Zu-sich-Nehmens zu begreifen ist, also Konsum.
Gestern aß ich  im Zuge einer arbeitsbedingten Teamsitzung von einem Frühstücksbuffet. Für EUR 6,50 durfte ich so oft und so viel essen, wie ich wollte. Aber … Zahle. „Uns“ ist es scheißegal, wie viel und wie oft Du isst. Hauptsache, Du zahlst Deinen Platz in der Schlange.

Was ich eigentlich mit diesem kleinen Text sagen wollte, mein lieber Joseph: Fast wäre mir gar nicht aufgefallen, wie scheiße die Brötchen schmeckten, da ich ja wußte, dass ich statt Qualität Quantität erwarten konnte. Unendliche Rationen an Brötchen. Kein Mangel an Mangelwaren.

Und wir können alles kaufen.
Armes Land.

Grüße in die Ferne
Oliver

Nov 15

Fremdleser Oliver Peters wurde in seiner Heimatstadt Dinslaken, öffentlich von einer frustrierten Punkerin gedisst. Die Punkerin Krikela war mit ihrem eigenen Auftritt unzufrieden und gab Oliver und dem Publikum die Schuld dafür.

Hier geht´s zum vollständigen Artikel der WAZ

Aug 18

Benjamin Bäder gewinnt den Literatur-Hotel-Preis 2012, seiner Heimatstadt Dinslaken. Der Name Literatur-Hotel-Preis ist eine Parodie auf den Literatur-Nobel-Preis, der nach dem Stifter und Erfinder des Dynamits Alfred Nobel benannt wurde. Da jedoch der Gebrauch von Sprengstoff nicht zu den üblichen Gepflogenheiten in Dinslaken gehört, ja sogar absolut unüblich ist, brauchte man ein anderes Wort um den Preis zu bezeichnen. Da sich wiederrum in Dinslaken mindestens ein Hotel befindet und sich das Wort Hotel sogar auf Nobel einigermaßen reimt war dieser Superclue natürlich naheliegend. Der Gewinnertext wurde immerhin mit einer Auflage von 54.800 Stück gedruckt und die Preise, die von verschiedenen lokalen Unternehmen gestiftet wurden sind auch ganz passabel. Deshalb dankt Fremdlesen.de für diese noble Auszeichnung und wünscht dem Niederrheinanzeiger weiterhin ein frohes journalistisches Schaffen und gönnerhaftes Mäzenatentum.

http://www.lokalkompass.de/dinslaken/kultur/literatur-hotel-preis-2012-der-sieger-heisst-ben-baeder-siegerlesung-am-30-august-im-art-inn-d199296.html