Nov 09

Eine Groteske, die in Richtungsding 5 veröffentlicht wurde. Hier noch einmal eingelesen für Fremdlesen.de. Ein echter Klassiker (der bisher nur nicht präsentiert wurde, weil Youtube irgendwann vor langer Zeit mal den Upload abgebrochen hat 😀 ).

Jul 12

Die statistische Auswertung einer Internetseite ist oft sehr nichtssagend und nur für spleenige Experten informativ. Natürlich ist es unglaublich toll zu erfahren, wie viele Leute die Möglichkeit gehabt haben auf die Seite zu klicken, es aber dann doch nicht getan haben. Doch im Allgemeinen ist eine solch frustrierende Erkenntnis nicht von Belang.

Viel interessanter finde ich da schon die Auswahl der Suchwörter mit denen Leser auf unsere Seite gelangt sind. Diese sind nicht unbedingt deckungsgleich mit dem Inhalt unserer Geschichten. Es kommt mir manchmal so vor, als ob die jeweilige Suchmaschine (in unserem Fall der allgegenwärtige Moloch Google) die Begriffe, die häufig auf unserer Seite erscheinen, neu zusammenwürfelt und versucht dieses wirre Packet potenziellen Suchenden unterzujubeln, die dann enttäuscht auf uns stoßen und ihren Klick womöglich bitter bereuen. Die drei fehlgeleitesten Internetrecherchen, die zu allem Überfluss sehr häufig auf unsere Seite geführt haben, möchte ich nun kurz vorstellen:

1. Die abwegigste Suchwortkombinationen lautet: „Swiffer giftig für Tiere“. Ich kann mir schon vorstellen, dass diese Suchanfrage für einige Menschen von bedeutendem Interesse ist. Nehmen wir einmal den Fall, dass man mit den Einkäufen nach Hause kommt, alles neben den Meerschweinchenkäfig stellt und schnell die verderblichen Waren ins Eisfach einsortieren möchte. Kommt man zurück hat das Meerschweinchen ein komplettes Packet Swiffer gefressen. Da ist es verständlich, dass man alles stehen und liegen lässt und erst mal den Rechner anschmeißt, um zu googeln ob der liebe Hausgenosse noch Zeit hat ein Testament aufzusetzen. Aber warum landen solche Leute bei uns? Ich kann mich nicht daran erinnern bisher darüber geschrieben zu haben, dass irgendein Tier mit Swiffer vergiftet wurde oder jemanden mit Swiffer vergiftet hat.

2. Die nächste Suchoption (mit der wir angeblich eine Zeit lang auf Platz drei der Googlesuchergebnisse rangierten) ist: „Dr Oliver Peters schwul“. Ich musste sehr lachen, als ich das gelesen habe. Nicht nur weil Weiterlesen »

Jun 08

Testosterongesteuerte Unwissenheit

Frauen.
Manchmal reicht das Wort an sich. Man braucht gar keine ellenlangen Erklärungen suchen, muss sich nichts aus den Fingern saugen. Manchmal genügt einfach ein in den Raum geworfenes oder leise genuscheltes „Frauen“.
So was kann nur von einem Mann kommen. Genau wie dieser Text. Das Dumme am Thema ist nur Ich habe gar keine Ahnung von Frauen.

Stimmen die Klischees? Ich will Mario Barth und den Privatsendern nicht glauben. Auch Feuchtgebiete und Pornorap kann und will ich nicht ernst nehmen. Til Schweiger und Girliemagazine haben gewiss auch keine Ahnung. Also wie soll man es erfassen? Die Frau – das unbekannte Wesen.

Bei meinen Recherchen im Internet stieß ich auf interessante Fakten. Zum Beispiel, dass Frauen sich zuerst oben rum entkleiden und dann erst die Hose oder den Rock. Männer machen es umgekehrt. Ein spontaner Selbstversuch bestätigte die Annahme.

Des weiteren fand ich nur die üblichen Vorurteile. Weiterlesen »

Apr 15

Will man Erfolg bei dem anderen Geschlecht haben, sollte man genau auf die Schuhe achten, die das Gegenüber trägt. Manche haben hohe Absätze, andere knallige Farben, wieder andere sind schlicht und einfach oder vielleicht sogar aus Leder. Die Schuhe geben wichtige Aufschlüsse über die Sexualität und das Balzverhalten des Gegenübers. Wie man diese Verbindungen einzuordnen hat, muss man allerdings den Experten überlassen, die sich wichtigmachen wollen und ohnehin zu jedem Thema etwas zu sagen haben. Neulich sprach ein solcher Experte über Zebras. Es war – glaube ich – in einem Tierfilm. Was er genau sagte weiß ich nicht mehr, aber es schien enorm wichtig zu sein und man hätte es sich besser merken sollen. Zusammenhänge gibt es aber viele, Zebras tragen keine Schuhe und kopulieren gerne im Freien. Ich vermute, dass Barfußgeher dies auch gerne tun, wenn sich die Möglichkeit bietet. Doch so genau weiß ich das nicht. Nicht jeder, der keine Schuhe trägt, identifiziert sich schließlich mit einem Zebra.

Mrz 01

Angelina Jolie ist auf der Rolltreppe hingefallen und hat sich zwei Zähne abgebrochen. Da sie in Deutschland nicht versichert ist, zieht ihr der Zahnarzt alle Zähne und setzt ihr stattdessen – gratis – ein Fangeisen für Bären ein. Die Zähne versteigert er an Fans, die von Angelinas Unglück in der Zeitung gelesen haben. Doch das Geschäft ist nicht besonders lukrativ. Mit der Bärenfalle in der Fresse setzt die Hollywood-Diva nämlich einen neuen Trend und Zähne sind plötzlich out. Jeder will die glänzenden Metallkauleisten im Mund haben: Polizisten, Kampfhunde, Kindergärtner, japanische Geishas und sogar der ehemalige Papst. Sie sind ja auch ungeheuer praktisch. Man kann Konservendosen mit dem Mund öffnen und braucht sich nie die Zähne putzen. Nur Flavor Flav kann dem nichts abgewinnen. Als er als Einziger so rumlief, wollte niemand so aussehen. Die Gesellschaft ist einfach oberflächlich und unterschwellig rassistisch. Manche Minderheiten werden immer noch stärker diskriminiert als andere. Das merkt man auch daran, dass es Frauen- und Behindertenparkplätze gibt, aber keine für Zigeuner und Schwule.

Okt 18

Neulich habe ich beim Bäcker Brötchen gekauft. Als ich die Tüte Zuhause ausschüttete hatte ich anstelle von fünf Brötchen, vier Brötchen und ein seltsames Tier auf dem Tisch liegen, das mich blöd anglotzte. Empört habe ich alles wieder eingepackt und bin zum Bäcker gelaufen. Das sei ein Beutelmull, hat der Bäcker mir lächelnd erklärt. Er besetzt eine ähnliche ökologische Nische wie bei uns der Maulwurf und der Mull in Afrika. Es handele sich aber hierbei nicht um einen Mull, sondern ein um ein echtes Beuteltier. Dann sahen wir uns eine Weile schweigend an. Eine alte Frau kam herein und verlangte fünf Brötchen. Der Bäcker nahm mir die Tüte aus der Hand und zwinkerte mir zu. Dann reichte er sie lächelnd an die Frau weiter und kassierte.

Aug 23

Ein Einhorn geht ins Restaurant und bestellt ein Salatbrötchen. Der Kellner will ihm keins bringen. Verblüfft will das Fabelwesen wissen, wieso sein Wunsch verweigert wird. Der Kellner verweist auf die unpassende Abendgarderobe. Das Einhorn blickt an sich herab und stellt erschrocken fest, dass es immer noch den Trainingsanzug an hat. Ein fremder Mann kommt hinzu. Er bietet seinen Regenmantel an um den Anzug zu verdecken, aber der Kellner meint, dass das auch nicht passend wäre. Das Einhorn verlässt empört das Lokal und einige Leute schließen sich aus Solidarität an.
„Was sollen wir jetzt machen?“, fragt der Mann der dem Einhorn den Regenmantel leihen wollte.
„Wir stürzen die Bourgeoisie!“, schreit eine Frau und feuert mit ihrem Revolver in die Luft.
Der Mann wundert sich: „Die Bourgeoisie, sind wir das nicht selbst?“
Aber niemand beachtet ihn. Alle rennen dem Einhorn und der Frau hinterher und beginnen wild das Stadtviertel zu plündern und Autos anzuzünden.